Sturz im Alter: Wir erklären die Ursachen

Der Großteil der älteren Menschen fürchtet sich davor, zu stürzen.  Diese Angst ist sehr verständlich, da nach einem Sturz ein Knochen gebrochen sein kann und der Betroffene Unterstützung braucht. Durch diese Angst bewegen sich ältere Menschen weniger und das Risiko für Stürzen steigt. Bewegt man sich weniger, bedeutet das, dass man weniger beweglich wird und Stürze leichter passieren. Aber warum stürzt man im Alter leichter und wie kann man dagegen etwas unternehmen?


Die Ursachen und Risikofaktoren für Stürze im Alter

Man  stürzt normalerweise durch sogenannte Stolperfallen  oder durch  Hindernisse. Das kann in den eigenen vier Wänden vorkommen, im Stiegenhaus oder auf der Straße. Stürze können einfach überall passieren.

Zu den Stolperfallen und Hindernissen zählen:

 

  • Türschwellen 
  • Stufen
  • Teppichkanten, die hochstehen
  • glatte Böden 
  • lose aufgelegte Teppichläufer 
  • die Dusche 

 

Aber auch  Schuhe mit einer glatten Sohle können  einen Sturz auslösen. 

 

Bestehen gesundheitliche Einschränkungen oder Probleme, können sie ebenfalls einen Sturz hervorrufen. 

 

So zum Beispiel:

 

  • Empfindungsstörungen an den Füßen und Beinen auftreten 
  • wenn in den Beinen eine Muskelschwäche besteht 
  • bei Verlust der Tiefensensibilität durch eine Nervenerkrankung oder durch einen diabetischen Fuß 
  • bei Gleichgewichtsproblemen 
  • bei Demenz 
  • bei niedrigem Blutdruck 
  • bei Blutarmut 
  • bei Schwindel 
  • bei Beeinträchtigung des Sehens wie zum Beispiel dem grauen Star 
  • bei chronischen Erkrankungen wie
    • Osteoporose 
    • Diabetes
    • Arthrose 
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
    • Parkinson 


Außerdem können manche Medikamente die Reflexe oder die Aufmerksamkeit einschränken. Dadurch werden sehr oft Stürze ausgelöst. Alkohol kann auch zu Stürzen führen. Ist man schon einmal hingefallen, steigt das Risiko aus Angst davor, wieder zu stürzen.


Wie oft kommt es zu Stürzen?

Stürze passieren leider sehr oft. Und das nicht nur im höheren Alter.  Schätzungen sagen das 

  • 28 von 100 über 65-jährigen Menschen 
  • 34 von 100 über 85-jährigen Menschen 

zu Hause rund einmal im Jahr stürzen. Der Anteil der Frauen liegt hier höher als der Anteil der Männer. Nimmt man eine Pflegeeinrichtung, so stürzen rund 50 Menschen jeden Alters von 100 einmal im Jahr. In einem Krankenhaus kommen auch mehr Menschen zu Sturz als in den eigenen vier Wänden.


Was sind die Folgen von einem Sturz?

In den meisten Fällen treten nach einem Sturz nur Abschürfungen oder Prellungen auf. Bei zwischen 5 und 10 Stürzen in den eigenen vier Wänden kommt es aber zu Knochenbrüchen. Oder aber zu gröberen PlatzwundenKopfverletzungen sind in einigen dieser Fälle auch gegeben. 

Betrachtet man die Stürze in einer Pflegeeinrichtung, sind die erfolgten Stürze weniger schwer. Nur rund 30 Menschen in einer Pflegeeinrichtung von 100 Personen verletzen sich schwer. 


Bei den Stürzen mit Knochenbruch sind zum größten Teil die Unterarme in Mitleidenschaft gezogen.  Kommt es zu Brüchen am Oberschenkel oder im schlimmsten Fall an der Hüfte, ist die betroffene Person enorm eingeschränkt und muss ins Krankenhaus. Die Krankenhausaufenthalte sind gerade im höheren Alter sehr lang. Durch einen Sturz im hohen Alter besteht außerdem das Risiko, anschließend pflegebedürftig zu sein.


Das Leben, der Alltag und das Stürzen

Je älter man wird, desto mehr achtet man auf Ratschläge und Möglichkeiten, die einen Sturz verhindern können. Diese Angst führt dazu, dass häufiger Stürze vorkommen.  Im Alltag sollte man sich daher nicht dauernd vor einem Sturz fürchten. Man sollte daran denken, dass der Großteil der Stürze nur sehr geringe Nachwirkungen hat. 

Es ist empfehlenswert, auch im Alter aktiv zu bleiben. Bleibt man aktiv und bewegt sich viel, dann können Stürze leichter vermieden werden. Durch eine höhere Aktivität besteht auch die Möglichkeit, länger für sich selbst sorgen zu können und unabhängig zu bleiben.


Wie kann man Stürzen vorbeugen?

Damit Stürze gar nicht erst zu einem Angstproblem führen, ist  regelmäßiges Training sehr empfehlenswert.  Das Training kann auch in einem höheren Alter durchgeführt werden. Außerdem ist bei Erkrankungen wie Arthrose, Osteoporose und Parkinson ein regelmäßig durchgeführtes Training sehr wichtig. 


Um das  Sturzrisiko zu verringern, eignet sich besonders gut ein Mix aus Koordinations-, Kraft- und Balancetraining. Das Training kann durch effektive Übungen sogar in den täglichen Ablauf eingebaut werden. Dadurch sind die Übungen nicht zeitaufwendig und erzielen einen nachhaltigen Effekt.  Regelmäßiges Training wirkt sich positiv  auf die Stimmung aus. Aber auch auf das Herz-Kreislauf-System und die Leistung des Gehirns


Wodurch kann man einem Sturz noch vorbeugen?

Fühlt man sich beim Gehen nicht mehr sicher, ist ein Gehstock, eine Gehilfe  oder aber ein Rollator sehr hilfreich. Diese Helfer sind nicht nur dazu da, um besser gehen zu können, sondern sie geben auch Sicherheit. Ein sicheres Gefühl, nicht so einfach stürzen zu können. 

Brillen und Hörgeräte können ebenfalls Sicherheit geben. Gerade dann, wenn man nicht mehr so gut hört oder sieht, lässt auch die Trittsicherheit nach. Mit einem Hörgerät oder einer Brille kann die Trittsicherheit verbessert werden. 

Je älter man wird, desto wichtiger ist gutes Schuhwerk. Die Schuhe sollten gut passen und einen sehr guten Halt geben. Außerdem ist es wichtig, innerhalb der eigenen vier Wände auf Sicherheit zu achten. 

Sturzquellen in der eigenen Wohnung sollten herausgefunden und beseitigt werden. Das sind zum Beispiel rutschende Teppichläufer, Schwellen oder Kanten. Stolperfallen, die man nicht beseitigen kann, kann man durch Klebebänder in grellen Farben markieren. 

Die Beleuchtung in der Wohnung ist auch sehr wichtig. Durch eine gute Beleuchtung kann man sich nicht nur besser orientieren, sondern man kann Stolperfallen rechtzeitig sehen. In der Nacht hilft auch eine kleine Beleuchtung den Weg zur Toilette, ohne Gefahr zu laufen. 


Fazit

Je älter Menschen werden, desto unsicherer sind sie in der Regel auf den Füßen unterwegs. Kommen noch gesundheitliche Beschwerden dazu, dann kommt es noch leichter zu einem Sturz. 

Ist man bereits einmal gestürzt und hat sich Prellungen, Abschürfungen oder im schlimmsten Fall einen Knochenbruch zugezogen, steigt die Angst vor Stürzen enorm. Daraus folgt, dass die Angst jedes Mal zum Begleiter wird, wenn man geht.


Diese Angst vor einem Sturz schränkt die Lebensqualität enorm ein. Man zieht sich zurück und bewegt sich nicht mehr viel, um nicht zu stürzen. Durch regelmäßiges Training und Hilfen beim Gehen kann man aber wieder mehr Sicherheit beim Gehen gewinnen.  Übungen, um mehr Sicherheit und Selbstvertrauen zu erlangen, können in den Tagesablauf einfach eingebaut werden und das Risiko eines Sturzes wird reduziert.


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